Festgeld-Falle 2026: Geld eingezahlt – doch die versprochene Auszahlung bleibt aus
Festgeld-Falle 2026: Geld eingezahlt – doch die versprochene Auszahlung bleibt aus
Festgeld verspricht Sicherheit, planbare Zinsen und die Rückzahlung des angelegten Kapitals zu einem festen Termin. Doch genau dieses Sicherheitsgefühl nutzen dubiose Anbieter aus.
Auch 2026 werden Anleger im Internet mit vermeintlich attraktiven Festgeldangeboten angesprochen. Nach der Überweisung hoher Beträge beginnt für manche Betroffene ein Albtraum: Zinsen werden nicht gezahlt, die Rückzahlung des Kapitals wird hinausgeschoben oder der angebliche Anbieter ist plötzlich überhaupt nicht mehr erreichbar.
Die BaFin warnt ausdrücklich davor, dass Betrüger vermeintliche Festgeldanlagen nutzen, um Anleger zur Überweisung ihres Geldes zu bewegen. Als Warnzeichen nennt die Finanzaufsicht unter anderem hohe Renditen bei angeblich fehlendem Risiko, Zeitdruck und verdächtige Zahlungswege. (BaFin)
Warum gerade Festgeld für Betrüger interessant ist
Bei einem unbekannten Kryptoprojekt oder einer hochspekulativen Trading-Plattform sind viele Verbraucher inzwischen vorsichtig.
Bei einem Festgeldangebot sieht das anders aus.
Begriffe wie „Festgeldkonto“, „Einlagensicherung“, „Partnerbank“ oder „garantierter Zinssatz“ vermitteln Seriosität. Häufig erhalten Interessenten professionell gestaltete Unterlagen und werden von vermeintlichen Anlageberatern telefonisch oder per E-Mail betreut.
Das Problem: Das angebliche Festgeldkonto kann überhaupt nicht existieren.
Das Geld landet dann möglicherweise nicht bei der Bank, bei der der Anleger sein Kapital angelegt zu haben glaubt.
BaFin warnt vor unseriösen Festgeldangeboten
Dass diese Gefahr real ist, zeigen zahlreiche Warnmeldungen der Finanzaufsicht.
So warnte die BaFin beispielsweise vor Angeboten, die über die E-Mail-Adresse „info@officeweltsparen.de“ verbreitet wurden. Dort wurden Festgeldanlagen vermittelt, obwohl die unbekannten Anbieter nach Angaben der BaFin nicht über die erforderliche Erlaubnis verfügten. (BaFin)
Besonders gefährlich ist der sogenannte Identitätsmissbrauch.
Dabei verwenden unbekannte Anbieter den Namen oder die Daten tatsächlich existierender Unternehmen oder Banken. Anleger recherchieren den Namen im Internet, finden ein reales Unternehmen und gehen deshalb davon aus, dass auch ihr Ansprechpartner seriös ist.
Die BaFin warnte beispielsweise bei Angeboten über „zinsify.de“ und „smbcgroup.asia“ ausdrücklich vor einem solchen Identitätsmissbrauch. Die dortigen Festgeldangebote stammten nach Angaben der Finanzaufsicht gerade nicht von der genannten SMBC Bank EU AG. (BaFin)
Auch bei anderen vermeintlichen Festgeldangeboten hat die BaFin vergleichbare Identitätsmissbräuche festgestellt. (BaFin)
Aktuelles Beispiel aus 2026: Warnung vor novumcapital
Auch im Jahr 2026 setzt sich das Problem fort.
Am 10. Juli 2026 warnte die BaFin vor Festgeldangeboten über „novumcapital(.)org“. Nach Angaben der Finanzaufsicht bestand der Verdacht, dass unbekannte Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen anbieten. Gleichzeitig wies die Behörde auf einen Identitätsmissbrauch hin. (BaFin)
Das zeigt: Vermeintlich seriöse Festgeldangebote sind weiterhin ein aktuelles Thema.
So läuft die Festgeld-Falle häufig ab
Der Ablauf kann zunächst vollkommen unspektakulär wirken.
Ein Anleger sucht beispielsweise nach einer sicheren Anlage für 20.000, 50.000 oder 100.000 Euro. Über eine Internetseite stößt er auf ein vermeintliches Vergleichsportal oder einen Finanzvermittler.
Nach einer Anfrage meldet sich ein freundlicher Ansprechpartner.
Angeboten wird beispielsweise ein Festgeld bei einer angeblichen deutschen oder europäischen Partnerbank. Der Zinssatz ist attraktiv, aber nicht unbedingt so hoch, dass sofort Misstrauen entsteht.
Der Anleger erhält Vertragsunterlagen und eine Bankverbindung.
Anschließend überweist er sein Geld.
Danach beginnt das eigentliche Problem.
Auszahlung wird immer wieder verschoben
Während der Laufzeit fällt der mögliche Betrug häufig überhaupt nicht auf. Schließlich erwartet der Anleger bei einer Festgeldanlage gerade keine tägliche Auszahlung.
Kritisch wird es deshalb oftmals erst bei Fälligkeit.
Dann heißt es beispielsweise:
„Die Auszahlung wird gerade bearbeitet.“
„Die Bank benötigt noch einige Tage.“
„Es findet eine Compliance-Prüfung statt.“
„Die Auszahlung wurde bereits angewiesen.“
Oder es werden plötzlich zusätzliche Unterlagen verlangt.
Besonders alarmierend ist es, wenn der Anleger vor Auszahlung seines eigenen Geldes noch einmal bezahlen soll.
Angebliche Steuern, Versicherungen, Freigabegebühren oder Sicherheitsleistungen sollten ein deutliches Warnsignal sein.
Diese Warnzeichen sollten Anleger ernst nehmen
Misstrauisch sollten Betroffene insbesondere werden, wenn
- Zinsen nicht zum vereinbarten Termin gezahlt werden,
- das Kapital nach Ablauf der Festgeldlaufzeit nicht zurückkommt,
- Auszahlungen ständig verschoben werden,
- immer neue Begründungen für Verzögerungen genannt werden,
- der Ansprechpartner plötzlich nicht mehr erreichbar ist,
- eine weitere Zahlung Voraussetzung für die Auszahlung sein soll,
- Geld auf ungewöhnliche oder ausländische Konten überwiesen werden soll,
- der Kontoinhaber nicht zum angeblichen Vertragspartner passt oder
- sich herausstellt, dass die genannte Bank das vermeintliche Festgeldkonto überhaupt nicht kennt.
Die BaFin empfiehlt Anlegern ausdrücklich, bei Online-Geldanlagen sorgfältig zu recherchieren und zu überprüfen, ob ein Unternehmen tatsächlich zugelassen ist. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass ihre Warnlisten wegen der Vielzahl und der ständig wechselnden Vorgehensweisen unseriöser Anbieter niemals vollständig sein können. (BaFin)
Keine BaFin-Warnung zu finden bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Anbieter seriös ist.
Bereits Geld überwiesen? Jetzt nicht weiterzahlen
Wer den Verdacht hat, auf ein dubioses Festgeldangebot hereingefallen zu sein, sollte nicht versuchen, eine Auszahlung durch immer weitere Zahlungen zu erreichen.
Gerade Forderungen nach angeblichen Steuern oder Freigabegebühren können dazu führen, dass der finanzielle Schaden noch größer wird.
Ebenso wichtig ist es, sämtliche Informationen zu sichern:
Vertragsunterlagen, Überweisungsbelege, Kontoauszüge, E-Mails, Telefonnummern, Namen der Ansprechpartner, Messenger-Nachrichten und Screenshots der Internetseite können später von Bedeutung sein.
Anspruchsschreiben gegenüber Beteiligten erstellen
Für Betroffene stellt sich anschließend die Frage, gegenüber wem Ansprüche geltend gemacht werden können.
Dabei kann insbesondere entscheidend sein, an wen das Geld tatsächlich überwiesen wurde und welche Unternehmen oder Zahlungsdienstleister an der Transaktion beteiligt waren.
Anlegerhero unterstützt Betroffene bei der Erstellung individueller Anspruchsschreiben auf Grundlage der von ihnen übermittelten Angaben und Unterlagen.
Dabei geht es insbesondere darum, den Sachverhalt strukturiert darzustellen, die geleisteten Zahlungen zu dokumentieren und mögliche Anspruchsgegner zur Rückzahlung beziehungsweise Stellungnahme aufzufordern.
Anlegerhero: Anspruchsschreiben bei Problemen mit Festgeldanbietern
Sie haben Geld für eine vermeintliche Festgeldanlage überwiesen und erhalten Ihr Kapital nicht zurück?
Ihr Anbieter reagiert nicht mehr?
Die Auszahlung wird seit Wochen hinausgeschoben?
Oder Sie sollen zunächst weiteres Geld bezahlen, bevor Ihr angebliches Festgeld ausgezahlt werden kann?
Dann sollten Sie nicht einfach weiter abwarten.
Über Anlegerhero können Sie auf Grundlage Ihrer Angaben ein individuelles Anspruchsschreiben erstellen lassen.
Je früher Sie reagieren, desto eher können Sie Ihre Forderung gegenüber den identifizierbaren Beteiligten dokumentieren und geltend machen.
Wichtig: Anlegerhero ist keine Rechtsanwaltskanzlei und erbringt keine individuelle anwaltliche Rechtsberatung oder gerichtliche Vertretung. Anlegerhero unterstützt bei der Erstellung von Anspruchsschreiben auf Grundlage der vom Nutzer zur Verfügung gestellten Informationen.