Sparzins24: Anleger berichten über Probleme mit Festgeld – was Betroffene jetzt tun können
Rund um Sparzins24 häufen sich Berichte und Anfragen von Anlegern, die Geld in vermeintlich sichere Festgeld- oder Tagesgeldanlagen investiert haben und nun Probleme mit der Auszahlung haben. Besonders kritisch wird es, wenn Zinsen ausbleiben, Ansprechpartner plötzlich nicht mehr erreichbar sind oder Zweifel daran entstehen, ob das versprochene Bankkonto überhaupt existiert. Die Fälle erinnern an Erfahrungen mit ZinsNow und anderen vermeintlichen Festgeldvermittlern.
Sparzins24: Was ist passiert?
Festgeld gehört eigentlich zu den vergleichsweise einfachen Geldanlagen: Der Anleger zahlt einen bestimmten Betrag bei einer Bank ein, erhält einen vereinbarten Zinssatz und bekommt sein Kapital nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit zurück.
Problematisch wird es, wenn zwischen Anleger und angeblicher Bank ein Vermittler tritt und sich später herausstellt, dass die Geldanlage möglicherweise ganz anders konstruiert war als dargestellt.
Aktuell gibt es vermehrt Anfragen von Anlegern im Zusammenhang mit Sparzins24.
Dabei geht es insbesondere um vermeintliche Fest- und Tagesgeldanlagen und die Frage, ob das investierte Kapital tatsächlich bei der jeweils genannten Bank angelegt wurde.
Vorsicht bei angeblichen Festgeldangeboten bekannter Banken
Ein bekannter Bankname vermittelt Sicherheit. Genau dies kann bei professionellem Anlagebetrug ausgenutzt werden.
Anleger erhalten beispielsweise professionell aussehende Vertragsunterlagen, Schreiben mit Banklogos oder Zugangsdaten zu einem vermeintlichen Online-Banking.
Das alles kann sehr überzeugend wirken.
Entscheidend ist aber nicht, welcher Bankname auf einem Dokument steht oder welcher Kontostand in einem Online-Portal angezeigt wird.
Entscheidend ist, ob bei der genannten Bank tatsächlich ein Konto auf den Namen des Anlegers existiert und ob das Geld dort angekommen ist.
Gefälschte Online-Banking-Portale sind besonders gefährlich
Ein Online-Zugang kann Anleger über Monate in Sicherheit wiegen.
Wer sich einloggen kann und dort beispielsweise 50.000 oder 100.000 Euro als Kontostand sieht, geht verständlicherweise zunächst davon aus, dass dieses Geld tatsächlich vorhanden ist.
Bei professionellem Anlagebetrug können solche Portale jedoch lediglich Kulissen sein.
Die angezeigten Beträge müssen nicht mit einem echten Bankkonto korrespondieren. Auch angebliche Zinsgutschriften oder Vertragslaufzeiten können technisch dargestellt werden, ohne dass das entsprechende Geld tatsächlich existiert.
Deshalb sollte die Existenz einer Geldanlage immer direkt bei der angeblich kontoführenden Bank über deren offizielle Kontaktdaten überprüft werden.
Sparzins24 und ZinsNow: Warum die Fälle an bekannte Festgeldmodelle erinnern
Die aktuellen Sachverhalte weisen Ähnlichkeiten mit anderen Fällen auf, die bereits im Zusammenhang mit vermeintlichen Festgeldanlagen bekannt geworden sind.
Hierzu gehören auch Fälle rund um ZinsNow.
Typische Warnsignale bei solchen Sachverhalten können sein:
- ungewöhnlich attraktive Zinsen bei gleichzeitig angeblich hoher Sicherheit,
- bekannte Banken als vermeintliche Anlagepartner,
- nahezu ausschließlich digitale Kommunikation,
- professionell gestaltete Vertragsunterlagen,
- Überweisungen auf Konten, deren Inhaber nicht eindeutig zur angeblichen Anlagebank passen,
- Online-Portale mit angeblichen Kontoständen,
- plötzlich schwer erreichbare Ansprechpartner,
- Verzögerungen bei Zinszahlungen oder Kapitalrückzahlungen.
Ein einzelnes Merkmal beweist noch keinen Betrug. Treffen jedoch mehrere dieser Punkte zusammen, sollte die Geldanlage dringend überprüft werden.
Das Wichtigste: Wohin wurde das Geld wirklich überwiesen?
Wer Probleme mit einer Anlage über Sparzins24 hat, sollte zunächst seine Überweisungsunterlagen heraussuchen.
Die zentrale Frage lautet:
Wer hat das Geld tatsächlich erhalten?
Dabei sind vor allem IBAN, Empfängername und Empfängerbank wichtig.
Diese Angaben sollten mit den Vertragsunterlagen verglichen werden.
Wurde beispielsweise eine Festgeldanlage bei einer bekannten Bank versprochen, das Geld tatsächlich aber an ein anderes Unternehmen oder auf ein Konto bei einem völlig anderen Kreditinstitut überwiesen, besteht erheblicher Aufklärungsbedarf.
Kann eine Überweisung noch zurückgeholt werden?
Das hängt insbesondere davon ab, wie lange die Zahlung zurückliegt und was mit dem Geld anschließend passiert ist.
Betroffene sollten ihre Bank unverzüglich informieren und ausdrücklich mitteilen, dass der Verdacht eines Anlagebetrugs besteht.
Ein Rückruf einer Überweisung garantiert nicht, dass das Geld zurückkommt. Trotzdem kann schnelles Handeln wichtig sein.
Daneben kann geprüft werden, ob Maßnahmen gegenüber der Empfängerbank möglich sind und ob Informationen über das Empfängerkonto gesichert werden können.
Haftet meine eigene Bank?
Diese Frage stellt sich bei Festgeldbetrug regelmäßig.
Hat der Anleger die Überweisung selbst autorisiert, besteht nicht automatisch ein Erstattungsanspruch gegen die eigene Bank.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Bankenhaftung in jedem Fall ausgeschlossen ist.
Besonders interessant kann die Situation sein, wenn die Bank vor Durchführung der Überweisung selbst eine Prüfung vorgenommen hat oder konkrete Auffälligkeiten vorlagen.
Dann muss im Einzelfall untersucht werden, welche Informationen der Bank bekannt waren und ob sich daraus rechtliche Ansatzpunkte ergeben.
Auch mögliche Ansprüche gegenüber der Empfängerbank können geprüft werden.
Personalausweis an Sparzins24 oder einen Vermittler geschickt?
Viele Anleger übermitteln bei einer vermeintlichen Kontoeröffnung eine Kopie ihres Personalausweises.
Bei einem Betrugsverdacht entsteht dadurch ein zusätzliches Risiko.
Die persönlichen Daten könnten für weitere Kontoeröffnungen, Vertragsabschlüsse oder andere Formen des Identitätsmissbrauchs verwendet werden.
Deshalb sollten Betroffene nicht nur die Rückforderung ihres Geldes verfolgen, sondern auch mögliche Folgen eines Identitätsmissbrauchs im Blick behalten.
Sparzins24: Diese Schritte sollten Betroffene jetzt einleiten
Wenn Zinsen oder Kapital nicht ausgezahlt werden oder Zweifel an der Anlage entstehen, sollten Betroffene möglichst schnell handeln.
Zunächst sollten sämtliche Beweise gesichert werden: Verträge, E-Mails, Zahlungsbelege, IBANs, Namen der Ansprechpartner, Telefonnummern und Screenshots vorhandener Online-Portale.
Anschließend sollte die eigene Bank über den Betrugsverdacht informiert und geprüft werden, ob noch Maßnahmen hinsichtlich der Überweisung möglich sind.
Auch eine Strafanzeige sollte in Betracht gezogen werden.
Parallel dazu können mögliche zivilrechtliche Ansprüche geprüft werden. Denn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren führt nicht automatisch dazu, dass Geschädigte ihr Geld zurückerhalten.
Bereits Strafanzeige gestellt – was nun?
Eine Strafanzeige ist ein wichtiger Schritt. Trotzdem sollten Anleger danach nicht einfach auf den Ausgang des Ermittlungsverfahrens warten.
Bei der Rückholung von Geldern kann Zeit entscheidend sein.
Deshalb sollte unabhängig vom Strafverfahren untersucht werden, wohin das Geld geflossen ist und gegen wen konkrete Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüche bestehen könnten.
Bei Sparzins24 Geld angelegt?
Wenn Sie über Sparzins24 Festgeld oder Tagesgeld angelegt haben und Ihre Auszahlung ausbleibt, können Sie Ihren Fall über AnlegerHero prüfen lassen.
Das gilt insbesondere, wenn Ansprechpartner nicht mehr erreichbar sind, Zinsen nicht gezahlt werden, die Rückzahlung des Anlagebetrags ausbleibt oder Sie Zweifel daran haben, ob das angebliche Bankkonto tatsächlich existiert.
Auch Betroffene von ZinsNow oder vergleichbaren Festgeldangeboten können ihre Unterlagen prüfen lassen.
Je früher der tatsächliche Zahlungsweg nachvollzogen wird, desto schneller lässt sich beurteilen, welche Möglichkeiten zur Rückforderung des investierten Kapitals bestehen.
AnlegerHero – Hilfe bei Anlagebetrug, Festgeldbetrug und Problemen mit Banken und Finanzdienstleistern